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Archäologische Arbeiten in der Klosterruine
Fotos der Klosterruine im Alten Fotoalbum von Bremm
Ausgrabungsphase II
von Juli bis Oktober 2004
 
Zur Restaurierung des restlichen Klosterteiles wurde im Auftrag der Firma Kranz auf beiden Seiten der Kirchenmauer ein sechsstöckiges Gerüst errichtet.
 
Die Inschrift auf dieser Grabplatte, die direkt unterhalb des Eingangs zur Kreuzkapelle gefunden wurde, lautet:
A[N]NO 1629 DEN 29 AUGUST IST DIE WOLEDELE UND THUGENDLICHE JUNGF[ER] ANNA MARIA SALAMA VON METZENHAUSEN IHRES ALTERS IM SIEBENDEN. (Foto: Kurt Bergen, Neef)
 
Insgesamt wurden unterhalb des ehemaligen Fußbodens der Kreuzkapelle sieben Gebeine gefunden und später geborgen, darunter fünf Nonnen und zwei Ritter. (Foto: Kurt Bergen, Neef)
 
Wo mag dieser ca. 6 cm große Kopf zu Zeiten des noch bewohnten Klosters wohl seinen Platz gehabt haben? Womöglich war er Teil eines Wappens oder eines Grabmales.
 
Dieser Kopf stellt wohl ein gekröntes Haupt dar (Größe: etwa 6 cm).
 
Wieviele Menschen mögen wohl im Laufe der Jahrhunderte durch diese Pforte den Kreuzgang betreten haben? Nicht wenige, wie die stark abgenutzte Steinschwelle vermuten lässt.
 
Zwei, die seit Monaten in der Klosterruine unermüdlich bei der Arbeit sind: Archäologe Friedel Gebert aus Burgen und sein "freiwilliger Mitarbeiter" Kurt Bergen aus Neef.
 
Vermutlich bis zu 30 LKW-Ladungen Schutt wurden während der Arbeiten mit Hacke und Schaufel, aber auch mit dem Bagger, aus der Ruine entfernt.
 
Der Fußboden dieses eingestürzten Raumes lag nicht wesentlich tiefer als das heutige Oberflächenniveau der Umgebung.
 
Auch im Kreuzgang wurde nach Gräbern gesucht. Auf die zahlreichen Gräber im Kreuzgang weisen die noch erkennbaren Nischen in der Kirchenwand hin, in denen damals Grabmale oder Inschriftentafeln standen und auf die dort Bestatteten hinwiesen.
 
Für die Stubener Nonnen war die Bremmer Pfarrkirche immer in Sicht- und Hörweite, und wohl auch umgekehrt. Das Kloster Stuben hatte zahlreiche Besitzungen in Bremm und Neef.
 
Die Grundmauern des einst wohl zweistufig erhöhten Chores der ehemaligen Kreuzkapelle. Man kann partiell noch die Wandbemalung (weiß auf rotem Sockel) und den alten Bodenbelag aus Fliesen erkennen. Mittig stand der Altar, vermutlich mit der Staurothek, die hier über 580 Jahre lang aufbewahrt und verehrt wurde.
 
Im rückwärtigen Teil der Kreuzkapelle führte wohl einmal eine Treppe zu einer Empore hinauf, wie man noch an den stufigen Aussparungen im Putz erkennen kann.
 
Die Experten des Landesamtes für Denkmalpflege bei der Besichtigung der bereits durchgeführten archäologischen Arbeiten.
 
Das (hier rundgemauerte) Fundament der Kreuzkapellen-Abside stammt möglicherweise bereits aus viel früherer, römischer Zeit.
 
Sysiphusarbeit der Archäologen bei der Ausgrabung, Dokumentation und anschließenden Bergung der Gebeine. Man beachte bei diesem Skelett die extrem deformierte Wirbelsäule.
Aber auch an anderen Skeletten konnte man diagnostizieren, dass im Kloster Stuben nicht unbedingt die gesündesten und schönsten adeligen Fräuleins untergekommen waren. Wer im Mittelalter im Adel nicht heiratsfähig war, wurde vielfach, auch gegen seinen Willen, ins Kloster "gesteckt". Fast immer waren diese mehr oder weniger freiwilligen Klostereintritte mit großzügigen Spenden und Schenkungen an das Kloster verbunden.
 
Ein Blick von dieser Stelle auf die Ruine war bisher verwehrt, weil Bäume, die in den Jahren auf dem Schutt über den alten Kellergewölben gewachsen waren, die Sicht versperrten. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sein werden, wird man die Klosterruine ohne akrobatische Kletterübungen über Stock und Stein umrunden können.
 
Hier ist noch die Schiefer-Bepflasterung eines ehemaligen (wohl überdachten) Innenhofes des Klosters mit dem Durchgang zum Kreuzgang (im Hintergrund) zu erkennen.
 
An der von der Mosel abgewandten Seite des Klosters vorbei führte der nördliche Teil des Kreuzganges. Links sind Fundamente ehemaliger Mauern des Kreuzganges zu sehen. Rechts oben in der Kirchenwand die Aussparungen für die Holzbalken des Kreuzgangdaches. In den Nischen der Kirchenwand standen früher Grabplatten der direkt darunter im Erdreich unter dem Kreuzgang beerdigten Nonnen.
 
Ganz links ist die Begrenzungsmauer der Kreuzkapelle zu sehen, rechts daneben die o. g. kleine Pforte.
Daran anschließend gab es damals ein größeres Portal, durch das (Pferde)Fuhrwerke ins Kloster gelangen konnten. Im Hintergrund ein Teil der Begrenzungsmauer der eingestürzten Kellergewölbe, über denen sich die Ess- und Schlafräume des Klosters befanden.
Über der kleinen Pforte, direkt an die Wand der Kreuzkapelle anschließend, lag nach schriftlicher Überlieferung die Zelle der Äbtissin.
 
Der Boden des Kreuzganges war wahrscheinlich ringsum komplett mit Schieferplatten ausgelegt. Nach letzten Erkenntnissen handelte es sich spätestens seit dem Neubau der Klosterkirche im Jahre 1686 um einen geschlossenen Kreuzgang mit Glasfenstern zum Kreuzhof.
 
Die Bepflasterung des ehemals wohl überdachten Innenhofes besteht teils aus aufrecht gestellten Schieferplatten (im Bild der obere und linke Teil) und weissen und grauen Flusskiessteinen in verschiedenen Größen. Eine leicht tiefere Rinne diente als Wasserabfluss.
 
Oberhalb der Ruine der Klosterkirche wachsen noch Bäume auf dem Schutt der ehemaligen Ess- und Wohnräume der Nonnen. Darunter befinden sich die teilweise noch existenten Gewölbeweinkeller des Klosters.
Es wartet in Stuben in den nächsten Jahren also noch viel Arbeit auf die Archäologen...
Fotos und Texte: Rainer Pellenz, Bremm
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