| Die
Vergangenheit |
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Chronologie
des Tunnels
(Quelle: Zeitschrift
für Bauwesen, 1886) |
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| 15.05.1874 |
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Beginn
der Bauarbeiten am Portal Eller. |
| 20.07.1874 |
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Beginn
der Bauarbeiten am Portal Cochem. |
| 15.05.1875 |
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Einsatz
des Bohrmaschinensystems Ferroux
im Ellerbachtal. |
| 10.08.1875 |
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Einsatz
des Bohrmaschinensystems Ferroux
auch in Cochem. |
| 04.05.1877 |
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Durchstich |
| 22.12.1877 |
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Vollendung
der Gewölbeausmauerung. |
| 01.01.1878 |
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Erste
Durchfahrt eines Bauzuges. |
| 15.05.1879 |
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Freigabe
für den regulären
Eisenbahnverkehr. |
| 02.08.1914 |
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Nach
einem Zeitungsbericht hätten zwei
Cochemer angeblich versucht den
Tunnel zu sprengen. Der Versuch
sei misslungen und beide
erschossen worden. Letztendlich
stellt sich die Meldung als Lüge
heraus.. |
| 22.11.1948 |
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Kohlenstaubexplosion
auf einer Dampflok. |
| 19.11.1973 |
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Eingleisige
Inbetriebnahme des
elektrifizierten Tunnels, ab 1974
zweigleisig. |
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| Heute
passieren pro Tag etwa 170
Personen- und Güterzüge die
beiden Tunnelportale. |
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Kohlenstaubexplosion
auf einer Dampflok im TunnelAm 22.
November 1948 kam es in der Mitte des Tunnels im
Führerstand einer Dampflok des Typs 50 2059 zu
einer Kohlenstaubexplosion. An diesem Tag war der
D-Zug 21 Koblenz-Paris mit 650 Reisenden besetzt.
Kurz nach einer Stichflamme aus der Feuerbüchse
stand der gesamte Führerstand in Flammen. Der
Lokführer konnte das Bremsventil nicht mehr
anfassen. Ein Anhalten des Zuges schien
unmöglich. Der Lokführer kletterte aus dem
Führerstand auf das Umlaufblech der Lok. von
dort gelangte er zum vorderen Luftventil, mit dem
er den Zug am Ende des Tunnels zum Stehen bringen
konnte. Der Lokführer August Vochtel aus Trier
erhielt später vom französischen Gouverneur die
Tapferkeitsmedaille, da nur durch seinen Einsatz
kein Mensch ums Leben kam.
Historische Dokumente
Sehr detaillierte Ausführungen zum Bau und
Betrieb des Tunnels (u. a. von Lengeling) finden
Sie unter den historischen Dokumenten zum
Kaiser-Wilhelm-Tunnel.
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| Die Gegenwart Großbaustellen im
Ellerbachtal und in Cochem
Schon von der Bundesstraße 49 aus, an der
Auffahrt zum Ellerer Bahnhof, erkennt man, dass
sich hier etwas tut. Die alte Schlaglochpiste bis
zum Bahnhofsplateau ist einer neuen Fahrbahn mit
Schallschutzwand gewichen. Auf dem
Bahnhofsgelände erhebt sich nun ein gelber
Kranriese, bereit, die per Bahn angelieferten
Tübbinge (Betonfertigteile für die
Tunnelwandauskleidung) auf eine
Schmalspurlokomotive zu verladen. Daneben die
kirchturmhohen Silos des Betonmischwerkes.
Weiter, dem Weg am Ellerbach aufwärts folgend,
kann man links oben auf dem Bahndamm die
Stahlkonstrukte der Abraumförderanlagen über
den Oberleitungen des Bahnkörpers erkennen.
Mehr als zwanzig Monate, seit August 2008 bis
zum ersten Vortrieb im Mai 2010, wird der Bau der
zweiten Röhre des Kaiser-Wilhelm-Tunnels
vorbereitet. Die wirkliche Bohrphase, also der
Zeitraum bis die TVM auf Cochemer Seite aus dem
Berg kommt, ist mit lediglich 15 Monaten
veranschlagt. Der so genannte Durchstich ist im
Sommer 2011 zu erwarten. Dann hat sich das
Schneidrad der Maschine durch insgesamt mehr als
4.200 Meter Gestein geschnitten.
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Sprengungen
sind bei moderner Vortriebstechnik weitestgehend
überflüssig. Im Vergleich zum historischen
Vorbild ist das Tunnelprofil mit 10,1 Metern
Durchmesser und mehr als 80 mē (pi*rē) Fläche
mehr als anderthalb mal so groß. Die neue
Röhre verläuft 15 bis 25 Meter östlich des
bestehenden Tunnels und ist nicht nur breiter,
sondern mit 4.242 Metern auch geringfügig
länger als die alte, da die neue Röhre zu
beiden Enden einige Meter vor der historischen
beginnen wird.Bei den Projektvorbereitungen gaben
vierzig Bohrkerne aus vertikalen Tiefbohrungen
Aufschluss über die Beschaffenheit der Gesteine
auf der Tunnelstrecke, aber auch über die
Grundwasserverhältnisse und den Verlauf
einzelner Gesteinsschichten.
Auf Cochemer Seite müssen zwei Gebäude einer
neuen Eisenbahnbrücke weichen. Spatenstich für
diese Brücke war am 13.03.2010. Der Rückbau des
Gebäudes Endertstraße 9 (Haus Erwin Lenz) ist
im Juni 2010 erfolgt während das Haus gegenüber
bereits Anfang 2009 abgerissen wurde.
Einen fotografischen Bericht zum aktuellen
Baufortschritt können Sie hier sehen.
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| Die Zukunft Zwei
separate Tunnelbauwerke
Über 130 Jahre nach Inbetriebnahme des alten
Tunnels wird die Deutsche Bahn rund 200 Millionen
Euro in das "Jahrhundertprojekt", den
Bau einer zweiten Tunnelröhre und die
Komplettsanierung der bisherigen investieren.
Ab 2016 wird dann für beide Fahrtrichtungen
jeweils eine eigene Röhre zur Verfügung stehen.
Die jetzige 4205 Meter lange Röhre entspricht
mit ihrem zweigleisigen Konzept nicht mehr den
heutigen und zukünftigen Anforderungen an die
Sicherheit in einem so langen Tunnelbauwerk.
Auf Ellerer Seite wird rechts vom jetzigen
Portal die neue wasserdichte Röhre entstehen.
Sie wird nicht bündig neben der alten
Tunneleinfahrt, sondern etwa 17 Meter vorher
beginnen. Damit wird die zweite Röhre auch um
einige Meter länger als die bestehende,
insgesamt 4242 Meter. Das alte Portal steht unter
Denkmalschutz und bleibt erhalten während das
Portal der neuen Röhre modern ausfallen wird.
Die rund hundert Meter lange
Tunnelvortriebsmaschine, deren Bohrkopf einen
Durchmesser von mehr als zehn Metern hat, wird ab
2010 den neuen Tunnel von Ediger-Eller aus in
Richtung Cochem vortreiben. Bei einer
veranschlagten Vortriebsgeschwindigkeit von 10
Meter pro Tag wird der Tunnel in etwa 420 Tagen
bis nach Cochem fertiggestellt sein. Danach wird
die speziell für dieses Tunnelprojekt gebaute
Maschine vor Ort abgebaut und im Werk der Firma
Herrenknecht im badischen Schwanau (zumindest
teilweise) für ein anderes Tunnelprojekt
umgebaut. Nun beginnt der eingleisige Innenausbau
der neuen Röhre: Gleisbau, Signalanlage,
Notfallsysteme, etc.
Die ca. 900.000 Tonnen Gestein, die die
Tunnelbohrmaschine aus dem Berg bricht, werden
per Bahn in eine Tongrube im Westerwald
verbracht.
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Wenn
2013 die neue Röhre komplett fertiggestellt ist,
sperrt man die alte Röhre voll. In der neuen
Röhre verkehren die Züge dann wechselweise, wie
beim Straßenverkehr bei einer Baustelle mit
einer Verkehrsampel. Die alte Röhre wird nun
komplett erneuert und erhält eine neue,
wasserdichte Innenverkleidung aus Beton. Die
bestehende Röhre ist im 19. Jahrhundert nicht
geradlinig vorgetrieben worden sondern weist
einen "Knick" in der Mitte auf, weshalb
es hier auch nicht möglich ist, den jeweils
anderen Ausgang des Tunnels zu sehen.
Das wird beim neuen Bauwerk, das ca. 15 Meter
neben dem derzeitigen vortrieben wird, wohl auch
nicht möglich sein. Diese Röhre wird auf
geradem Wege, mit 25 Metern Abstand (Mitte zu
Mitte) durch den Berg geführt. An beiden Enden
führt man die Röhre mit einem leichten Knick
aber wieder an die alte Trasse heran. Alle 500
Meter wird es einen verschließbaren Querstollen
geben, der die beiden Röhren verbindet und der
Rettungskräften bei einem Unfall im Tunnel
Zugang ermöglichen wird. Sie dienen auch als
Fluchtweg.
Im Gegensatz zum alten Tunnel werden der neue
Tunnel, und nach dessen Erneuerung auch der alte
Tunnel wasserdicht sein. Sie werden außerdem mit
normalen Straßenfahrzeugen befahrbar sein. So
können auch Rettungsfahrzeuge bis zum Ort des
Geschehens vorfahren. Die Gleise sind dann nicht
mehr auf dem klassischen Schotterbett verlegt,
sondern, vergleichbar mit
Straßenbahnschienensystemen in einer ebenen
Fahrbahn aus Betonteilen integriert sein.
Mit einer Röhre für jede Fahrtrichtung wird
der Kaiser-Wilhelm-Tunnel auch den
Sicherheitsanforderungen der Zukunft genügen,
die bereits heute für Tunnels ab einer Länge
von einem Kilometer zwingend zwei Röhren
vorschreiben.
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