Weitere Seiten zur Calmont-Region:
Der bestehende Tunnel und das Lüftungsproblem
Einzelne Bauphasen des Neuen Kaiser-Wilhelm-Tunnels
Der Calmont-Klettersteig
Wanderwege rund um Bremm
Die Petersberg-Kapelle von Neef
Externe Seiten zum Tunnel und dem Bauprojekt:
Wikipedia - Kaiser-Wilhelm-Tunnel
Dunkle Orte - Neuer Kaiser-Wilhelm-Tunnel (NKWT)
Freiweillige Feuerwehr Bremm - Tunnelbaustelle
Die wichtigsten der am Bau beteiligten Firmen:
ALPINE BeMo Tunnelling - Tunnelbau
CERESOLA Tunnel Lining Systems - Tübbingschalungen
German Belt - Gummi-Fördergurte
H + E Logistik - Förderbandtechnik
Herrenknecht Tunnelvortriebstechnik - Hersteller der TVM
Max Bögl - Tübbinge (Betonfertigteile Tunnelauskleidung)
RTS Rail Transport Service Germany - Abraumtransport
Schnorpfeil - Hoch- und Tiefbau
Schüßler-Plan - Bau- und Projektmanagement
Senger Consult - Vermessung und Planung
Der bis 1985 längste Eisenbahntunnel Deutschlands
Er. wurde im Jahre 1879 nach einer nur vier- jährigen Bauzeit fertiggestellt. Für den Bau des zweigleisigen Tunnels musste die Deutsche Reichsbahn damals rund 9 Millionen Reichsmark aufwänden.
Die Vergangenheit
Chronologie des Tunnels
Kohlenstaubexplosion auf einer Dampflok im Tunnel
Historische Dokumente
Historische Aufnahmen
Die Gegenwart
Großbaustellen im Ellerbachtal und in Cochem
Die Zukunft
Zwei separate Tunnelbauwerke
Literaturhinweise
Jahrbuch des Kreises Cochem-Zell
     
     
Die Vergangenheit
     
Chronologie des Tunnels
(Quelle: Zeitschrift für Bauwesen, 1886)
     
15.05.1874   Beginn der Bauarbeiten am Portal Eller.
20.07.1874   Beginn der Bauarbeiten am Portal Cochem.
15.05.1875   Einsatz des Bohrmaschinensystems Ferroux im Ellerbachtal.
10.08.1875   Einsatz des Bohrmaschinensystems Ferroux auch in Cochem.
04.05.1877   Durchstich
22.12.1877   Vollendung der Gewölbeausmauerung.
01.01.1878   Erste Durchfahrt eines Bauzuges.
15.05.1879   Freigabe für den regulären Eisenbahnverkehr.
02.08.1914   Nach einem Zeitungsbericht hätten zwei Cochemer angeblich versucht den Tunnel zu sprengen. Der Versuch sei misslungen und beide erschossen worden. Letztendlich stellt sich die Meldung als Lüge heraus..
22.11.1948   Kohlenstaubexplosion auf einer Dampflok.
19.11.1973   Eingleisige Inbetriebnahme des elektrifizierten Tunnels, ab 1974 zweigleisig.
     
Heute passieren pro Tag etwa 170 Personen- und Güterzüge die beiden Tunnelportale.
Kohlenstaubexplosion
auf einer Dampflok im Tunnel

Am 22. November 1948 kam es in der Mitte des Tunnels im Führerstand einer Dampflok des Typs 50 2059 zu einer Kohlenstaubexplosion. An diesem Tag war der D-Zug 21 Koblenz-Paris mit 650 Reisenden besetzt. Kurz nach einer Stichflamme aus der Feuerbüchse stand der gesamte Führerstand in Flammen. Der Lokführer konnte das Bremsventil nicht mehr anfassen. Ein Anhalten des Zuges schien unmöglich. Der Lokführer kletterte aus dem Führerstand auf das Umlaufblech der Lok. von dort gelangte er zum vorderen Luftventil, mit dem er den Zug am Ende des Tunnels zum Stehen bringen konnte. Der Lokführer August Vochtel aus Trier erhielt später vom französischen Gouverneur die Tapferkeitsmedaille, da nur durch seinen Einsatz kein Mensch ums Leben kam.

Historische Dokumente

Sehr detaillierte Ausführungen zum Bau und Betrieb des Tunnels (u. a. von Lengeling) finden Sie unter den historischen Dokumenten zum Kaiser-Wilhelm-Tunnel.

Deutsche Bauzeitung, 1876
Der grosse Tunnel bei Cochem .pdf
Zeitschrift für Bauwesen, 1886
Der Kaiser-Wilhelm-Tunnel bei Cochem a. d. Mosel .pdf
Die Elektrifizierung des Tunnels konnte im Jahre 1973 eingleisig, 1974 auf beiden Gleisen abgeschlossen werden.
Die Gebäude links der Bahnlinie wurden 2009 bzw. 2010 bei den Baumaßnahmen zur zweiten Tunnelröhre abgerissen.
Historische Aufnahmen Für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf die Vorschaubilder.
 
Zur Anzeige einer Kurzinformation (Tooltip) zu einigen Bildern führen Sie bitte den Mauszeiger darüber.
      zum Seitenanfang
Die Gegenwart

Großbaustellen im Ellerbachtal und in Cochem

Schon von der Bundesstraße 49 aus, an der Auffahrt zum Ellerer Bahnhof, erkennt man, dass sich hier etwas tut. Die alte Schlaglochpiste bis zum Bahnhofsplateau ist einer neuen Fahrbahn mit Schallschutzwand gewichen. Auf dem Bahnhofsgelände erhebt sich nun ein gelber Kranriese, bereit, die per Bahn angelieferten Tübbinge (Betonfertigteile für die Tunnelwandauskleidung) auf eine Schmalspurlokomotive zu verladen. Daneben die kirchturmhohen Silos des Betonmischwerkes. Weiter, dem Weg am Ellerbach aufwärts folgend, kann man links oben auf dem Bahndamm die Stahlkonstrukte der Abraumförderanlagen über den Oberleitungen des Bahnkörpers erkennen.

Mehr als zwanzig Monate, seit August 2008 bis zum ersten Vortrieb im Mai 2010, wird der Bau der zweiten Röhre des Kaiser-Wilhelm-Tunnels vorbereitet. Die wirkliche Bohrphase, also der Zeitraum bis die TVM auf Cochemer Seite aus dem Berg kommt, ist mit lediglich 15 Monaten veranschlagt. Der so genannte Durchstich ist im Sommer 2011 zu erwarten. Dann hat sich das Schneidrad der Maschine durch insgesamt mehr als 4.200 Meter Gestein geschnitten.

Sprengungen sind bei moderner Vortriebstechnik weitestgehend überflüssig. Im Vergleich zum historischen Vorbild ist das Tunnelprofil mit 10,1 Metern Durchmesser und mehr als 80 mē (pi*rē) Fläche mehr als anderthalb mal so groß.

Die neue Röhre verläuft 15 bis 25 Meter östlich des bestehenden Tunnels und ist nicht nur breiter, sondern mit 4.242 Metern auch geringfügig länger als die alte, da die neue Röhre zu beiden Enden einige Meter vor der historischen beginnen wird.Bei den Projektvorbereitungen gaben vierzig Bohrkerne aus vertikalen Tiefbohrungen Aufschluss über die Beschaffenheit der Gesteine auf der Tunnelstrecke, aber auch über die Grundwasserverhältnisse und den Verlauf einzelner Gesteinsschichten.

Auf Cochemer Seite müssen zwei Gebäude einer neuen Eisenbahnbrücke weichen. Spatenstich für diese Brücke war am 13.03.2010. Der Rückbau des Gebäudes Endertstraße 9 (Haus Erwin Lenz) ist im Juni 2010 erfolgt während das Haus gegenüber bereits Anfang 2009 abgerissen wurde.

Einen fotografischen Bericht zum aktuellen Baufortschritt können Sie hier sehen.

      zum Seitenanfang
Die Zukunft

Zwei separate Tunnelbauwerke

Über 130 Jahre nach Inbetriebnahme des alten Tunnels wird die Deutsche Bahn rund 200 Millionen Euro in das "Jahrhundertprojekt", den Bau einer zweiten Tunnelröhre und die Komplettsanierung der bisherigen investieren.

Ab 2016 wird dann für beide Fahrtrichtungen jeweils eine eigene Röhre zur Verfügung stehen. Die jetzige 4205 Meter lange Röhre entspricht mit ihrem zweigleisigen Konzept nicht mehr den heutigen und zukünftigen Anforderungen an die Sicherheit in einem so langen Tunnelbauwerk.

Auf Ellerer Seite wird rechts vom jetzigen Portal die neue wasserdichte Röhre entstehen. Sie wird nicht bündig neben der alten Tunneleinfahrt, sondern etwa 17 Meter vorher beginnen. Damit wird die zweite Röhre auch um einige Meter länger als die bestehende, insgesamt 4242 Meter. Das alte Portal steht unter Denkmalschutz und bleibt erhalten während das Portal der neuen Röhre modern ausfallen wird.

Die rund hundert Meter lange Tunnelvortriebsmaschine, deren Bohrkopf einen Durchmesser von mehr als zehn Metern hat, wird ab 2010 den neuen Tunnel von Ediger-Eller aus in Richtung Cochem vortreiben. Bei einer veranschlagten Vortriebsgeschwindigkeit von 10 Meter pro Tag wird der Tunnel in etwa 420 Tagen bis nach Cochem fertiggestellt sein. Danach wird die speziell für dieses Tunnelprojekt gebaute Maschine vor Ort abgebaut und im Werk der Firma Herrenknecht im badischen Schwanau (zumindest teilweise) für ein anderes Tunnelprojekt umgebaut. Nun beginnt der eingleisige Innenausbau der neuen Röhre: Gleisbau, Signalanlage, Notfallsysteme, etc.

Die ca. 900.000 Tonnen Gestein, die die Tunnelbohrmaschine aus dem Berg bricht, werden per Bahn in eine Tongrube im Westerwald verbracht.

Wenn 2013 die neue Röhre komplett fertiggestellt ist, sperrt man die alte Röhre voll. In der neuen Röhre verkehren die Züge dann wechselweise, wie beim Straßenverkehr bei einer Baustelle mit einer Verkehrsampel. Die alte Röhre wird nun komplett erneuert und erhält eine neue, wasserdichte Innenverkleidung aus Beton.

Die bestehende Röhre ist im 19. Jahrhundert nicht geradlinig vorgetrieben worden sondern weist einen "Knick" in der Mitte auf, weshalb es hier auch nicht möglich ist, den jeweils anderen Ausgang des Tunnels zu sehen.

Das wird beim neuen Bauwerk, das ca. 15 Meter neben dem derzeitigen vortrieben wird, wohl auch nicht möglich sein. Diese Röhre wird auf geradem Wege, mit 25 Metern Abstand (Mitte zu Mitte) durch den Berg geführt. An beiden Enden führt man die Röhre mit einem leichten Knick aber wieder an die alte Trasse heran. Alle 500 Meter wird es einen verschließbaren Querstollen geben, der die beiden Röhren verbindet und der Rettungskräften bei einem Unfall im Tunnel Zugang ermöglichen wird. Sie dienen auch als Fluchtweg.

Im Gegensatz zum alten Tunnel werden der neue Tunnel, und nach dessen Erneuerung auch der alte Tunnel wasserdicht sein. Sie werden außerdem mit normalen Straßenfahrzeugen befahrbar sein. So können auch Rettungsfahrzeuge bis zum Ort des Geschehens vorfahren. Die Gleise sind dann nicht mehr auf dem klassischen Schotterbett verlegt, sondern, vergleichbar mit Straßenbahnschienensystemen in einer ebenen Fahrbahn aus Betonteilen integriert sein.

Mit einer Röhre für jede Fahrtrichtung wird der Kaiser-Wilhelm-Tunnel auch den Sicherheitsanforderungen der Zukunft genügen, die bereits heute für Tunnels ab einer Länge von einem Kilometer zwingend zwei Röhren vorschreiben.

      zum Seitenanfang
Literaturhinweise
     
Titel Jahrgang Seite
     
im Jahrbuch des Kreises Cochem-Zell
"Zwei Hochverräter in Cochem erschossen" 1989 156
Elektrifizierung der Moselstrecke 1993 50 ff.
Der Kalkofen von Bremm 1996 96
Ende des Dampflokeinsatzes auf der Moselstrecke 1996 215 ff.
Eine verhängnisvolle Tunnelfahrt in Cochem 1997 121 ff.
Der Bau der Moselbahnstrecke Koblenz-Trier moselabwärts von Cochem... 2000 195 ff.
Eisenbahnen in unserer Region 2003 7
Die Entwicklung der Eisenbahnen im Landkreis Cochem-Zell 2003 8
Kaiser-Wilhelm-Tunnel - Durchschlag vor 125 Jahren 2003 16
Der Schacht auf dem Ellerer Berg 2005 115 ff.
     
 
zur vorherigen Seite zur Startseite zum Inhaltsverzeichnis zum Seitenanfang Đ rp